Kinder in Kurdistan

Wie leben die Kinder in den kurdischen Gebieten? Welche Rechte haben sie? Was müssen sie fürchten? An dieser Stelle versuchen wir Beiträge zu diesen Fragen zu sammeln und Hintergrundinformationen zu geben.


Waisenkinder in Afrin

Im Februar reiste Dr. Kamal Sido (Nahostreferent der GfbV) zwei Wochen durch den kurdischen Kanton Afrin im Nordwesten von Syrien, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen. Dort traf er auf Hanifa Hasiko,  Leiterin des „Nupel“-Vereins für Waisenkinder. Beeindruckt von ihrem Tatendrang führte Kamal Sido ein Interview mit ihr, um ihre Geschichte zu erzählen.
Afrin, im äußersten Nordwesten Syriens, ist neben Kobani und Cazire, eine der drei mehrheitlich von Kurden besiedelten Bezirke. Diese wurden gegen die Widerstände des Regimes in Damaskus und der islamistischen Opposition, für autonom erklärt. Diese Enklaven werden von IS und anderen Islamisten bedroht. Mehr lesen...


Aus der Süddeutschen Zeitung vom 11.03.2015:

"Anders als die Töchter von Dschihan gehen rund 200 kurdische Kinder wieder zur Schule. Anfang März, nach mehr als vier Monaten Krieg, begannen Lehrer und Freiwillige mit dem Unterricht. Die meisten Schulen seien zerstört und nur wenige Kinder in der Stadt, aber trotzdem sei der Unterricht wichtig, sagt die 17 Jahre alte Rohat, eine der Freiwilligen. „Es ist besser für die Kinder, wenn sie in der Schule sind, und nicht auf der Straße, zwischen Bomben und IS-Leichen.“"


"„Die Regierung will eine Generation aufziehen, die ihren Vorstellungen entspricht“
Bilici erklärte, dass die Regierung einen geplanten, systemischen Weg gegenüber Kindern verfolgt, mit dem Ziel eine wunschgemäße Generation großzuziehen. Er sagte weiter, dass die Regierung ein hartes und repressives Vorgehen gegen die Kreise an den Tag legt, die sich diesen Maßnahmen entziehen, beispielsweise durch alternative Bildungsangebote." aus dem Jahresbericht 2014 des
Büros der Menschenrechtsorganisation İnsan Hakları Derneği (IHD) in Ahmed (Diyabakir).


Im Gesellschaftsvertrag von Rojava werden die Kinderrechte garantiert:

"Artikel 29: Der Gesellschaftsvertrag garantiert die Kinderrechte und verbietet Kinderarbeit, physische und psychische Folter an Kindern und Kinderheiraten."

 

[Anmerkung: Der Aspekt des Verbotes von Kinderarbeit wird durchaus kritisch diskutiert. Grundsätzlich ist die ausbeuterische Arbeit von Kindern abzulehnen. Für manche Kinder bieten kleine, einfache Arbeiten aber die Möglichkeit, etwas dazuzuverdienen. Um satt zu werden oder um Schulmaterialien zu kaufen. In Bolivien hat sich eine Kindergewerkschaft gegründet, die für das Recht auf (ausbeutungsfreie!) Arbeit auch für Kinder eintritt. Prof. M. Liebel hat hierzu einen ausführlichen Artikel veröffentlicht.]